Zeit für einen Mutausbruch?

MUT – ZUMUTEN – VERTRAUEN – ZUTRAUEN
Heute wieder ein weiterer Erfahrungsbericht


Ein Thema beschäftigt mich seit einiger Zeit. Die Balance zu finden, zwischen dem, was ich Kira zutrauen und zumuten kann, und was nicht. Da sie ja ein Hund mit vielen Einschränkungen und Herausforderungen ist und ihre hohe Erregungslage ein „Training“ draussen seit 3 Jahren fast verunmöglichte, habe ich tunlichst darauf geachtet, Stressanzeichen schnell zu erkennen und eine Steigerung der Aufregung zu vermeiden, damit sie „Leben lernen“ kann. Denn wir wissen ja: Zu hohe Erregungslage macht Lernen unmöglich.

Mittlerweile nach all den Jahren bin ich mir nicht mehr sicher, ob sie immer so hoch aufgeregt ist, oder ob ihr Geschrei oder Gekreisel, oder mich Anspringen, wildes Zerren, in die Leine gehen etc, einfach auch gezeigt wird, weil sie es immer schon gemacht hat in diversen Situationen und sich dieses Verhalten einfach auch gut gefestigt hat. Klar ist es BEIDES! Verhalten, das die Chance hat, sooft gezeigt zu werden, wird dadurch auch gefestigt.

Nur: Finde den Unterschied! Wann ist es was?

Ich möchte meinem Bauch vertrauen. Meinem Gespür, meiner Intuition. Ihr ruhig auchmal was zumuten.

In letzter Zeit habe ich bereits in wenig aufregender Umgebung, im Garten, damit begonnen, auf ihr Gefiddle nicht mehr so einzugehen wie immer, sondern konsequent und freundlich dabei zu bleiben, was ich gern von ihr hätte.

FUSS wollte ich z.B. üben. Das bedeutet bei uns, komm zu mir und setz Dich neben meinen Fuss. Nicht vor mich und nicht hinter mich oder sonstwo. Ich klopfe dafür leicht auf meinen linken Oberschenkel. Was macht Kira? Sie springt mich an, wirft sich vor mir auf den Boden, um gekrault zu werden, fiept und jodelt und ich wiederhole einfach immer wieder freundlich, was ich von ihr möchte – sie kennt das Signal – bis sies macht. Und dann: Party! Superbelohnung 🙂

Interessant war, sie war danach nicht hoch aufgeregt. Das fand ich sehr spannend. Mittlerweile hat sie ihr Gekaspere ziemlich ablegen können 🙂 Ich bin sehr stolz auf mein Mädchen.

Und unlängst

Wir gehen draussen unseren Feldweg entlang, auf einen Wald zu. Kira wird aufgeregt wie immer, beginnt zu kreiseln, läuft hin-her, zerrt wie verrückt. Ich beginne zu pendeln, rede ruhig mit ihr, versuche sie beruhigend zu berühren, gib das Pausensignal, etc. Nichts hilft ihr. Wie meistens.

1. Impuls: Ok das wird heute nix, wir können gleich zurück gehen, heute ist sie eben schlecht drauf und zu aufgeregt … naja, so ist es halt mit ihr … nächstes Mal ists vielleicht anders.

2. Impuls: Moment, versuch ihr doch was zuzumuten.
„Kira, zu mir.“ Sie kommt. „Kannst Du ein Sitz?“ Sie sitzt. Wow, toll, da gibts ein Entenstück. Und: Sie nimmts und frisst!!!! (Fressen draussen ist normalerweise kaum möglich)
Ich wiederhole das Ganze und lasse sie sogar ein Futterstück suchen. Sie macht das mit!!!! First time in life!!!
Unsere Verhaltenstierärztin war dabei. Sie und ich – Wir waren so verdutzt!!!

Und jetzt kommts

Danach schüttelt Kira sich, senkt die Rute und wir können ohne Kreiseln und oberwildes Gezerre weitergehen. Sie hat es zuvor nicht geschafft aus ihrem alten Verhalten aufzutauchen, hat sich aber endlich auf mich eingelassen und ins Denken bringen lassen. Das hat sie geerdet und sie kam runter von ihrem Tripp. Sensationell! Ich will mehr davon!


Manchmal ist es gut, nicht nur den Stresshund, Angsthund, Deprihund Traumahund vor uns zu sehen, sondern auch ganz genau zu schauen. Vielleicht ist es auch kein Schauen, vielleicht ist es eher ein Hinspüren, ein Erfahren, ein sich Trauen, mutig sein, ausprobieren und auch darauf vertrauen, dass es möglich ist. Vielleicht …

Was meint Ihr?

In diesem Sinne:
Viele vertraute und mutige Erlebnisse mit Deinem Vierbeiner 🙂
wünschen Dir Franziska & Kira
von KIRASworld


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