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Radfahren bis zum Umfallen

Radfahren bis zum Umfallen? BITTE nicht!

Hunde artgerecht auszulasten und zu beschäftigen muss nicht zwangsläufig Arbeit an der Schafherde oder im Jagdrevier bedeuten. Inzwischen gibt es viele spannende Beschäftigungsangebote, je nach Vorliebe und Begabung sowohl des Hundes als auch seines Besitzers. Ziel dieser Beschäftigungsangebote sollten die körperliche und geistige Auslastung des Hundes, damit verbunden die Stärkung von Selbstbewusstsein und Flexibilität und vor allem eine gute Bindung zwischen Mensch und Hund sein. Für die Halterinnen von Hibbelhunden gibt es natürlich noch ein paar weitere Kriterien. Vereinfacht gesagt „höher, schneller, weiter“ ist für Stressnäschen keine gute Sache.

PODCAST zur Reihe STRESS lass nach: Achtion pur, oder der ganz normale Wahnsinn

 

In der Ruhe liegt die Kraft

Richtig gute Auslastung hat nichts damit zu tun, den Hund bis zum Umfallen am Rad laufen zu lassen oder ihm einen Ballwurf nach dem anderen anzubieten. Das wird den Hund zwar körperlich ermüden, aber ein so intelligentes Tier, wie unsere Hunde es sind, braucht auch „Hirnfutter“.  Gefragt sind je nach Temperament also Beschäftigungsmöglichkeiten, die den Hund zum „Mitdenken“ animieren, ihn immer wieder vor neue – spannende – Aufgaben stellen und möglichst viele seiner Sinne beanspruchen. Ein wichtiger Aspekt deiner Auswahl sollte sein, dass dein Hund zwar Spaß daran hat, sich aber nicht zu sehr aufregt und dann womöglich ewig nicht mehr „runterkommt“. Da sind unsere Hunde, wie wir Menschen auch, sehr verschieden. Überleg ganz genau, was für Deinen Hund und zu seinen Talenten und Möglichkeiten passen könnte. Fordere ihn, aber überfordere ihn nicht und denke immer an Pausen für zwischendurch. Zum einen erholen wir uns in den Pausen und tanken wieder auf und zum anderen erlauben Pausen dem Gehirn auch, gelerntes zu verarbeiten und abzuspeichern. Also beachte die Mischung, die für Euch als Team passend ist.

Immer der Nase nach

Suchspiele drinnen und draußenNasenarbeit sollte für jeden Hund ganz oben auf der Liste stehen: Egal ob Fährten- oder Flächensuche, Mantrailing, Geruchsunterscheidung oder ganz einfach Leckerchensuche drinnen und draußen.

Relativ neu ist das Sprinkeln, nach einem Konzept von Sally Hopkins, das wir Dir demnächst in einem Blogartikel vorstellen wird.

 

 


Nasenarbeit liegt unseren Hunden

Nasenarbeit macht Spaß und – müde! Denn der „Riechjob“ ist anstrengend. Der Vorteil gegenüber den schnellen Sportarten ist, dass gerade Hunde mit leicht überschießendem Temperament sich bei der Nasenarbeit auspowern können ohne auszuflippen! Besonders für Stressnäschen ist der Einsatz der Nase ein herrliches Freizeitvergnügen. Nasenspaß ist für wirklich jeden Hund geeignet, auch alte Hunde oder Tiere mit Handicaps haben daran ihre Freude.

Longieren, das langsam auch bei uns populär wird, ist ebenfalls eine Möglichkeit, mit dem Hund individuell zu trainieren und ihn auszulasten. Gutes Longiertraining kommt auch für Hibbelhunde in Frage, denn es muss dabei keinesfalls nur auf Tempo und Action gearbeitet werden. Wichtig dabei ist zu wissen, dass genauso wie bei uns, Ausdauersport unser Gehirn zur Produktion von Serotonin anregt und dies wiederum zur Entspannung beitragen kann. Gleichmässige Bewegung über einen längeren Zeitraum, dabei steh das Tempo nicht im Vordergrund!

Stichwort Action und Slowdown

Gerätetraining gibt es nicht nur beim Agility: Degility, Mobility oder Bodenarbeit nach Tellington sind weitere Varianten, die für Hunde, die sehr schnell hochfahren eine gute Alternative darstellen. Nebenwirkungen: Körpergefühl, Konzentrationsvermögen und Selbstbewusstsein Deines Hundes profitieren von diesen Trainingsmöglichkeiten.

Für die Kreativen – und letztlich sind alle Hunde kreativ, vorausgesetzt man lässt sie – bietet sich Tricktraining an: Meistens wird hier mit dem Clicker trainiert und der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Das Schöne daran: mit jedem Hund, egal ob klein oder groß, dick oder dünn, alt oder jung, beweglich oder mit Handicap kann man Tricks erlernen. Da die Auswahl an Tricks beinahe unendlich ist, findet sich für jeden etwas. Für Hibbelhunde ist zum Beispiel die Arbeit mit Targets gut geeignet, die obendrein großen Spaß macht. Und achte auch darauf, was Dir Spass macht, denn geteilte Freude ist doppelte Freude!

Schau dich einfach mal in Deiner Umgebung um, was so an Beschäftigungsmöglichkeiten für Dich und Deinen Hund angeboten wird. Meistens kann man bei den Übungsstunden zuschauen, manchmal sogar mitmachen, bevor man sich entscheidet. Und es spricht ja auch nichts dagegen, das eine oder andere einfach mal auszuprobieren – ob Mensch und Hund Spaß daran haben, und ob es das Richtige für Euch ist, wird sich schnell zeigen.

Viel Vergnügen beim Ausprobieren.

STRESS lass nach
wünschen Franziska Müller und Karin Immler
Dein Team von KIRASworld & know wau

 


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